> 1830-1924 <

Gräflich von Mengersen'sche Bairisch- Lagerbier- BrauereiWeitere zwei Jahre später, 1830, wird der Betrieb der Bierproduktion nach bayerischer Art wieder eingestellt-die Konkurrenz aus dem Hessischen war zu groß. 1831 wurde auch die Chaussee von Brakel über Peckelsheim nach Warburg angelegt, die heute als "Ostwestfalenstraße" den Ort Rheder durchschneidet.

Im Jahr 1835 geht der Besitz auf Josef Bruno Frhr. v. Mengersen über, einem schöngeistigen Mann, der später als "Dichtergraf des Nethegau" bekannt werden soll.
Er legt auch besonderen Wert auf die Gestaltung der Parkanlagen, die heute unter Naturschutz stehen, und alljährlich im Sommer zur Durchführung eines Reitturniers genutzt werden. Brauerei und Gut werden um 1850 zunächst verpachtet.

Erst 1902 sind Landwirtschaft und Brauerei wieder in alleiniger Familienhand: Adolf Freiherr Spiegel v.u.z Peckelsheim führt nach Studium von Ökonomie und Brauwissenschaft das Regiment in Rheder. Als Rittmeister im Husarenregiment Zar Nikolaus II von Russland nimmt er 1914-18 am 1.Weltkrieg teil. In den schwierigen Nachkriegsjahren setzt er viel Kraft und Ausdauer in den Ausbau der Brauerei und kann gerade im ländlichen Raum seinen Kundenkreis deutlich ausbauen.

Aber auch im Betrieb der Brauerei tut er einiges: so werden Sudhausanlage und Eiskeller erneuert und die Kapazitäten von Gär-und Lagerkeller auf ihre heutige Größe ausgebaut. Selbst Aluminiumtanks werden schon als Ersatz für hölzernen Bottiche und Lagerfässer genutzt. In der Vorburg richtet er eine Mälzerei ein, in der Braugerste aus eigenem Anbau bis in die fünfziger Jahre hinein vermälzt wird.